Thema: Gesamtschule
13. Juni 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Manchmal ist es mehr als bedauerlich, dass manch wichtige Ausschusssitzung in Frechen nur vor einem Insiderpublikum stattfindet. Heute war wieder so ein Tag. Man kennt sich, man grüßt sich und dann bekommt man eine Schulausschusssitzung, die mal wieder eine kleine Sensation zu bieten hat. Thema war die Neujustierung des Schulstandorts Frechen. Dieses Thema war eingeleitet worden vergangenes Jahr durch einen Antrag der SPD, der insgeheim von der CDU gestützt wurde. doch bitte schön die Einführung einer Sekundarschule zu prüfen. Daraufhin grätschten Eltern von Grundschulkindern dazwischen mit der berechtigten Frage, warum den Sekundarschule und nicht Gesamtschule. Daraus ging ein Prüfauftrag an die Stadtverwaltung hervor, doch bitte die verschiedenen Optionen zu prüfen und zu bewerten. Für die Prüfung und Bewertung wurde ein Gutachterbüro herangezogen, das zu einem mehr als eindeutigen Schluss gekommen sind:
1. die Hauptschule wird nicht zu halten sein - der Elternwille, der nun mal entscheidend ist, ganz egal wie gut eine Schule arbeitet, stellt sich massiv und unzweideutig gegen diese Schulform.
2. Der Elternwille tendiert zum Abitur, was in Frechen aktuell bedeutet, der Elternwille tendiert zum Gymnasium, das daher in den kommenden Jahren auf eine akute Raumnot zulaufen wird.
3. Das Modell Sekundarschule, also die Fusion von Haupt- und Realschule löst zwar das Hauptschulproblem, nicht aber die gymnasiale Raumnot.
4. So bleibt einzig die Gesamtschule, die sowohl die Auflösung der Hauptschule als auch den Trend zum Abitur auffangen kann.
Die Gesamtschule, die weiterhin als neunjährige Schule zum Abitur führt, ist dadurch attraktiv genug, Kinder zurückzugewinnen, die bisher an Gesamtschulen ausserhalb Frechens gewechselt sind, als auch Kinder vom Gymnasium abzuwerben, die mit einer neunjährigen Schulzeit zum Abitur kommen wollen.
Die Realschule soll, so die Gtuachter dabei erhalten bleiben, sie soll sich aber verkleinern.
Alles Argumente, die von den Eltern vergangenes Jahr angeführt worden sind, Argumente, die auch hier im Blog mehrfach nachzulesen sind. Es ist aus dieser Warte erfreulich, wenn die besseren Argumente so schlagend durch externe Gutachter bestätigt werden.
Wenig überraschend waren dabei die Widerstände, auf die dieses Gutachten gestoßen ist. Die Rektorin der Hauptschule und der Rektor der Realschule sind bereits auf dem Weg in die Schützengräben. Aus Sicht der betroffenen Schulen verständlich, allein die Argumente, die im Grunde den Status quo verteidigen, sind nur dann ansatzweise nachzuvollziehen, wenn man auf die einzelne Schule schaut, nicht aber auf die Gesamtstruktur.
Natürlich leisten diese Schulen qualitativ hochwertige Arbeit, nur, wenn interessiert das noch, wenn Eltern Hauptschulen als Looserschulen einsortiert haben? Das ist ein Kampf gegen Windmühlen und die Stadtverwaltung wirkte heute nicht willig, den Don Quichotte zu spielen.
Gleiches gilt für die Realschule: will Frechen eine Gesamtschule, um auch dem Gymnasium Luft zu verschaffen, dann muss die Realschule schrumpfen. Das mag aus Sicht der Realschule bedauerlich sein, aber es ist unumgänglich.
Alle anderen Ideen, so die der FDP, man könne ja auch über ein zweites Gymnasium nachdenken, geht an der Problemlage vorbei. Man kann sich nur vorstellen, dass die FDP daraus ihren kommenden Wahlkampfschlager machen möchte. Nachdem die FDP eigentlich nur noch in Königsdorf gewählt wird, läge es doch nahe, für eben dieses Köngisdorf eine Gymnasium zu fordern. Es sähe dieser Partei ähnlich.
Die CDU scheint auch noch Schwierigkeiten zu haben, in der neuen Zeit anzukommen. Hier meint man immer noch, eine Qualitätsdebatte könnte die Hauptschule retten. Wie gesagt: es ist gleichgültig, was die Hauptschule Frechen in welcher Qualität abliefert, die Hauptschule bietet kein Abitur und sie wird von der breiten Öffentlichkeit als Looserschule betrachtet. Und der Versuch der Rektorin, sie als Ort der Inklusion wieder ins Gespräch zu bringen ist eine Todgeburt. Sobald die breite Öffentlichkeit zur Kenntnis nimmt, dass die Hauptschule zur neuen Förderschule wird, werden innerhalb kürzester Zeit nur noch Kinder mit Förderbedarf diese Schule besuchen. Das wäre sowohl für die Schule als auch für eine ernstgemeinte Inklusion die schlimmstmögliche Entwickung.
Nein, die Inklusion muss über alle Schulformen hinweg in Frechen grundsätzlich diskutiert werden. Vor zwei Jahren wurden Stadt und Politik via Bürgerantrag aufgefordert, einen Inklusionsplan zu formulieren. Der Inklusionsplan ist immer noch Desiderat. Es ist Zeit, Inklusion und die Entwicklung des Schulstandorts Frechen zusammen zu denken.
Berichterstattung zum Thema:
KR v. 13.06.2012: Gutachten empfiehlt Gesamtschule
KR v. 14.06.2012: Grüne sehen sich bestätigt
KStA v. 14.06.2012: Gesamtschule wird favorisiert
RadioErft v. 14.06.2012: Schullandschaft vor dem Umbruch
Bericht der Fraktion der Grünen: Gutachter:"Gesamtschule beste Lösung"
Frühere Beiträge zum Thema:
Pro Gesamtschule IV
Pro Gesamtschule II
Veränderungen in der Schullandschaft
1. die Hauptschule wird nicht zu halten sein - der Elternwille, der nun mal entscheidend ist, ganz egal wie gut eine Schule arbeitet, stellt sich massiv und unzweideutig gegen diese Schulform.
2. Der Elternwille tendiert zum Abitur, was in Frechen aktuell bedeutet, der Elternwille tendiert zum Gymnasium, das daher in den kommenden Jahren auf eine akute Raumnot zulaufen wird.
3. Das Modell Sekundarschule, also die Fusion von Haupt- und Realschule löst zwar das Hauptschulproblem, nicht aber die gymnasiale Raumnot.
4. So bleibt einzig die Gesamtschule, die sowohl die Auflösung der Hauptschule als auch den Trend zum Abitur auffangen kann.
Die Gesamtschule, die weiterhin als neunjährige Schule zum Abitur führt, ist dadurch attraktiv genug, Kinder zurückzugewinnen, die bisher an Gesamtschulen ausserhalb Frechens gewechselt sind, als auch Kinder vom Gymnasium abzuwerben, die mit einer neunjährigen Schulzeit zum Abitur kommen wollen.
Die Realschule soll, so die Gtuachter dabei erhalten bleiben, sie soll sich aber verkleinern.
Alles Argumente, die von den Eltern vergangenes Jahr angeführt worden sind, Argumente, die auch hier im Blog mehrfach nachzulesen sind. Es ist aus dieser Warte erfreulich, wenn die besseren Argumente so schlagend durch externe Gutachter bestätigt werden.
Wenig überraschend waren dabei die Widerstände, auf die dieses Gutachten gestoßen ist. Die Rektorin der Hauptschule und der Rektor der Realschule sind bereits auf dem Weg in die Schützengräben. Aus Sicht der betroffenen Schulen verständlich, allein die Argumente, die im Grunde den Status quo verteidigen, sind nur dann ansatzweise nachzuvollziehen, wenn man auf die einzelne Schule schaut, nicht aber auf die Gesamtstruktur.
Natürlich leisten diese Schulen qualitativ hochwertige Arbeit, nur, wenn interessiert das noch, wenn Eltern Hauptschulen als Looserschulen einsortiert haben? Das ist ein Kampf gegen Windmühlen und die Stadtverwaltung wirkte heute nicht willig, den Don Quichotte zu spielen.
Gleiches gilt für die Realschule: will Frechen eine Gesamtschule, um auch dem Gymnasium Luft zu verschaffen, dann muss die Realschule schrumpfen. Das mag aus Sicht der Realschule bedauerlich sein, aber es ist unumgänglich.
Alle anderen Ideen, so die der FDP, man könne ja auch über ein zweites Gymnasium nachdenken, geht an der Problemlage vorbei. Man kann sich nur vorstellen, dass die FDP daraus ihren kommenden Wahlkampfschlager machen möchte. Nachdem die FDP eigentlich nur noch in Königsdorf gewählt wird, läge es doch nahe, für eben dieses Köngisdorf eine Gymnasium zu fordern. Es sähe dieser Partei ähnlich.
Die CDU scheint auch noch Schwierigkeiten zu haben, in der neuen Zeit anzukommen. Hier meint man immer noch, eine Qualitätsdebatte könnte die Hauptschule retten. Wie gesagt: es ist gleichgültig, was die Hauptschule Frechen in welcher Qualität abliefert, die Hauptschule bietet kein Abitur und sie wird von der breiten Öffentlichkeit als Looserschule betrachtet. Und der Versuch der Rektorin, sie als Ort der Inklusion wieder ins Gespräch zu bringen ist eine Todgeburt. Sobald die breite Öffentlichkeit zur Kenntnis nimmt, dass die Hauptschule zur neuen Förderschule wird, werden innerhalb kürzester Zeit nur noch Kinder mit Förderbedarf diese Schule besuchen. Das wäre sowohl für die Schule als auch für eine ernstgemeinte Inklusion die schlimmstmögliche Entwickung.
Nein, die Inklusion muss über alle Schulformen hinweg in Frechen grundsätzlich diskutiert werden. Vor zwei Jahren wurden Stadt und Politik via Bürgerantrag aufgefordert, einen Inklusionsplan zu formulieren. Der Inklusionsplan ist immer noch Desiderat. Es ist Zeit, Inklusion und die Entwicklung des Schulstandorts Frechen zusammen zu denken.
Berichterstattung zum Thema:
KR v. 13.06.2012: Gutachten empfiehlt Gesamtschule
KR v. 14.06.2012: Grüne sehen sich bestätigt
KStA v. 14.06.2012: Gesamtschule wird favorisiert
RadioErft v. 14.06.2012: Schullandschaft vor dem Umbruch
Bericht der Fraktion der Grünen: Gutachter:"Gesamtschule beste Lösung"
Frühere Beiträge zum Thema:
Pro Gesamtschule IV
Pro Gesamtschule II
Veränderungen in der Schullandschaft
Thema: Inklusion
06. Juni 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe hat den "Wegweiser für Eltern zum Gemeinsamen Unterricht" neu aufgelegt.
Allgemein
Themenheft: NRW
Ich möchte einfach zur nächstgelegenen Schule gehen und meine Tochter anmelden können – wie alle anderen auch – und wissen, dass dafür gesorgt wird, dass sie die Unterstützung erhält, die sie braucht…In seinem Vorwort schreibt er:
Drei Jahre nach Inkrafttreten der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen sollte eigentlich jedem Kind eine inklusiven Grundschule oder eine weiterführende Schule am Wohnort offen stehen. Die Realität sieht anders aus. Statt ihren Rechtsanspruch anzuerkennen, müssen Eltern sich immer noch rechtfertigen, wenn sie Teilhabe und Förderung für ihr Kind beanspruchen.In diesem Sinne hier die Links zu den Broschüren:
Als Eltern eines Kindes mit Behinderung werden Sie diese Situation kennen. Diskriminierungserfahrungen gehören leider noch zu unserem Alltag. Die vorliegende Broschüre, die von dem Elternverband Gemeinsam leben gemeinsam lernen e. V. erarbeitet wurde, garantiert nicht, dass Ihnen keine Hindernisse begegnen.
Sie soll Sie aber stärken, indem sie Sie über Ihre Rechte bzw. die Ihres Kindes informiert.
Allgemein
Themenheft: NRW
Thema: Grube Carl
02. Juni 12 | Autor: direktblogger | 0 Kommentare | Kommentieren
Aus aktuellem Anlass führt die Stadt Frechen in der Straße Zum Bellerhammer auf Grube Carl eine Verkehrsmessung durch. Eine bereits in 2009 vorgenommene Messung zeigte bereits damals deutlich regelmäßige Geschwindigkeitsüberschreitungen auf. Hieraufhin hat die Stadt Frechen Querungen in der Straße Zum Bellerhammer auf Höhe der Carl-Sutor-Straße gesetzt. Im Februar/März 2012 hat die Stadt die Messungen mit einem inzwischen selbst angeschafften Verkehrs-Messgerät wiederholt. Das Verkehrs-Messgerät soll die Verkehrsbelastung in dieser Straße messen. Es können damit keine Verkehrssünder ermittelt werden, wie etwa die Starenkästen, da nur die Länge des Fahrzeugs (um Rückschlüsse auf die Fahrzeugart wie bspw. PKW oder LKW zu ziehen), die Geschwindigkeit und die Uhrzeit erfasst werden. Also eine Verkehrszählung mit Geschwindigkeitsmessung. Das Gerät hat die Größe eines Aktenkoffers und ist an einem Laternenpfahl in ca. einem Meter Höhe angebracht.
Diese Messergebnisse konnten nicht verwendet werden, da ein städtischer Mitarbeiter das Gerät falsch angebracht hat (so zumindest die Auskunft der örtlichen Polizeidienststelle Frechen, die ebenfalls Interesse an den Messergebnissen bekundet). Im Mai wurde das Messgerät dann wieder an einem Laternenpfahl in der Straße Zum Bellerhammer angebracht. Dieses wurde nach ca. 3 Wochen durch städtische Mitarbeiter abmontiert (vermutlich zwecks Auswertung).
Jetzt verwundert es uns Anwohner aber umso mehr, dass das Verkehrs-Messgerät am 01.06.2012 wieder an der gleichen Stelle wie bei der zweiten Messung durch städtische Mitarbeiter angebracht wurde.
Wieder ein Messfehler oder menschliches Versagen bei der Installation im zweiten Anlauf (zum zweiten Mal hintereinander)?
Oder sind doch nicht die von der Stadt gewünschten Messergebnisse bei den zwei Messung herausgekommen?
Werden jetzt solange Messungen vorgenommen bis die Ergebnisse den Wünschen der Stadt entsprechen (die überwiegende Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern um damit die Wirkung der baulichen Querungen nachzuweisen)? Dazu kann ich nur sagen, das ist kein Wunschkonzert. Wenn die (ersten zwei) Ergebnisse zum Großteil im 50-Stundenkilometerbereich gefallen sind, handelt es sich um keine Messfehler. Das ist die Realität mit der die Anlieger und Verkehrsteilnehmer (ob Auto-/Radfahrer oder Fußgänger) der Straße Zum Bellerhammer täglich konfrontiert werden.
Also nicht messen bis die Wunsch-Messergebnisse stimmen, sondern der Realität ins Auge blicken und Maßnahmen gegen die gefährlichen Raser ergreifen!!!
Diese Messergebnisse konnten nicht verwendet werden, da ein städtischer Mitarbeiter das Gerät falsch angebracht hat (so zumindest die Auskunft der örtlichen Polizeidienststelle Frechen, die ebenfalls Interesse an den Messergebnissen bekundet). Im Mai wurde das Messgerät dann wieder an einem Laternenpfahl in der Straße Zum Bellerhammer angebracht. Dieses wurde nach ca. 3 Wochen durch städtische Mitarbeiter abmontiert (vermutlich zwecks Auswertung).
Jetzt verwundert es uns Anwohner aber umso mehr, dass das Verkehrs-Messgerät am 01.06.2012 wieder an der gleichen Stelle wie bei der zweiten Messung durch städtische Mitarbeiter angebracht wurde.
Wieder ein Messfehler oder menschliches Versagen bei der Installation im zweiten Anlauf (zum zweiten Mal hintereinander)?
Oder sind doch nicht die von der Stadt gewünschten Messergebnisse bei den zwei Messung herausgekommen?
Werden jetzt solange Messungen vorgenommen bis die Ergebnisse den Wünschen der Stadt entsprechen (die überwiegende Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern um damit die Wirkung der baulichen Querungen nachzuweisen)? Dazu kann ich nur sagen, das ist kein Wunschkonzert. Wenn die (ersten zwei) Ergebnisse zum Großteil im 50-Stundenkilometerbereich gefallen sind, handelt es sich um keine Messfehler. Das ist die Realität mit der die Anlieger und Verkehrsteilnehmer (ob Auto-/Radfahrer oder Fußgänger) der Straße Zum Bellerhammer täglich konfrontiert werden.
Also nicht messen bis die Wunsch-Messergebnisse stimmen, sondern der Realität ins Auge blicken und Maßnahmen gegen die gefährlichen Raser ergreifen!!!
Gegenentwürfe