Thema: Grube Carl
Wie der Kölner Stadtanzeiger heute schreibt, hat der Frechener Verkehrsausschuss über die Weiterentwicklung des Neubaugebiets Grube Carl beraten.
Und, der Verkehrsausschuss hat auf Antrag der CDU wurde entschieden, dass für eine, welch schöne Wortschöpfung „verträgliche Verkehrsführung“ alternative Verkehrswege geprüft werden sollen.
Zwar handelt es sich nur um einen Prüfauftrag, aber wenn Hauptverkehrsachsen entlastet werden sollen, dann kann man leicht auf den Gedanken kommen, dass die CDU an die Verlängerung des Freiheitsrings denkt (Denkblockaden) und neu hinzugekommen ist die Idee, den Habbelrather Weg auszubauen, um eine weitere Straße für den Autoverkehr zu erschließen.

Das Schlimme daran ist jedoch, dass damit die neue Bürgerinitiative komplett auf dem falschen Fuß erwischt wird. Zwar wird in ihren Veröffentlichungen gerne auf die naturnahen Qualitäten der bisher unbebauten Flächen hingewiesen, leider ist das jedoch nur die halbe Wahrheit. Ihre Flugblätter thematisieren im Schwerpunkt nur die Probleme des autofahrenden Stadteilbewohners, der zukünftig bspw. mit weniger Parkplätzen am Straßenrand wird auskommen müssen. Und noch schlimmer, wenn das Baugebiet erschlossen wird, und alle Neubürger*innen ebenso viel das Auto nutzen, wie die meisten Bewohner*innen des Stadtteils heute schon, dann ist mit einer sehr hohen Verkehrsbelastung zu rechnen. Das sind, leider, die Hauptargumente, die gegen eine weitere Bebauung vorgetragen werden.

Da kann man jetzt nur sagen: ja das wird dann so kommen.

Daher sollte die Bürgerinitiative schleunigst darüber nachdenken, ob ihre Positionierung wirklich tragfähig ist, denn hier drohen Lösungen für die Verkehrsproblematik, die niemand wollen kann. Eine Verlängerung des Freiheitsrings schafft Raum für reinen Durchgangsverkehr, der von Frechen Richtung Horrem will und die Ampeln an der Dürener Straße zu meiden wünscht.
Ein Ausbau des Habbelrather Wegs gefährdet massiv die Habbelrather Schulkinder auf ihrem Weg zu Gymnasium, Realschule und mglw. bald zur Gesamtschule.

Nur, will die Bürgerinitiative diese Themen ernsthaft mit der Stadtverwaltung diskutieren und eine glaubwürdige Haltung einnehmen, dann muss sie sich von ihrer Grundhaltung: „Und immer an das eigene Auto denken“ verabschieden. Angesichts des immer stärker spürbaren Klimawandels und der Endlichkeit der planetaren Ressourcen – die nächsten Hitzewellen beispielsweise werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, sind Autos, gleichgültig wie sie angetrieben werden, keine Lösung.

Der Stadtteil benötigt heute schon eine gute Anbindung an den Nahverkehr und damit sind nicht die wenigen Busse gemeint, die aktuell den Stadtteil anfahren. Benötigt wird eine Straßenbahnanbindung. (Die Linie 7, sie muss kommen) Und ebenso wichtig wären gute Fahrradwege. Okay, das ist ein Thema für das gesamte Stadtgebiet, aber wer ein Neubaugebiet haben will, der soll gefälligst für gute Fahrradwege in jede Himmelsrichtung sorgen. Nahverkehr und Fahrradwege das sind heutzutage Mindestanforderungen.

Wer sich zu sehr auf sein eigenes autozentriertes Mobilitätsverhalten fokussiert, muss mit genau solchen Lösungen rechnen, wie sie die CDU nun in die weitere Planung eingespielt hat. Mehr Straßen und noch mehr Zerstörung.