Pressemitteilung der Bürgerinitiative Planungsstopp

Bürgerversammlung will Planungsstopp für Grube Carl und beschließt Gründung einer Bürgerinitiative

Einen sofortigen Planungs- und Baustopp für die Baufelder 5 und 6 auf Grube Carl forderten am vergangenen Mittwoch ca. 50 Frechener Bürgerinnen und Bürger, die auf Einladung der Fraktion„Perspektive für Frechen“ zu einer Bürgerversammlung im Hotel Frechener Hof zusammengekommen waren.
Die Anwesenden waren sich darin einig, dass nur dadurch noch die Möglichkeit besteht, alle bisher ungeklärten Probleme in einem öffentlichen und transparenten Verfahren unter Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit zu prüfen und Lösungsalternativen zur Diskussion zu stellen.

Nach einer kurzen Einführung ins Thema folgte eine angeregte Diskussion über die möglichen Auswirkungen. Es bestand breiter Konsens, dass in der bisherigen politischen Diskussion die möglichen Folgen der weiteren Bebauung nicht ausreichend thematisiert wurden.
So war vielen der Anwesenden nicht bewusst, dass die noch vorhandenen Freiflächen im Hangbereich des Ville-Osthanges von ganz entscheidender Relevanz für die Kaltluftbildung sowie den Kaltluftabfluss sind. Diese Kaltluftströme tragen entscheidend zur Belüftung der unterhalb liegenden und stärker mit Luftschadstoffen belasteten Wohngebiete bei.
Jede weitere Bebauung dieser Flächen verschlechtert die Durchlüftung der Frechener Kernstadt. Die Effekte des Klimawandels, der für das Rheinland deutliche steigende Temperaturen erwarten lässt, werden sich dadurch noch verstärken.
Einigkeit bestand auch darüber, dass die Frechener Kernstadt nur über sehr wenige fußläufig erreichbare Erholungsbereiche verfügt. Jede weitere Bebauung von bisher unbebauten Flächen reduziert die noch vorhandenen Naherholungsräume. „Frechen muss wieder grüner werden“ erklärte O.Boldt, unter zustimmendem Nicken der Anwesenden.
Auch die heute bereits angespannte Verkehrssituation im Stadtteil selber sowie auf der als Zufahrtsstraße genutzten Rosmarstraße sorgte für rege Diskussionen. „Wenn der Verkehr weiter so zunimmt, so sollte ich wohl verkaufen“ erklärte eine Anwohnerin der Rosmarstraße.
Auf wenig Begeisterung stießen auch die Pläne der Verwaltung, im ersten Schritt ein Baugebiet für hochpreisige Ein- und Zweifamilienhäuser realisieren zu wollen. Frechen muss sozialer werden, so der allgemeine Tenor: „Es fehlen Sozialwohnungen in Frechen“ erklärte der Stadtverordnete Uwe Tietz „insbesondere auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Flüchtlinge, die angekommen sind und nun hier bleiben wollen.“

Um der Forderung nach einem sofortigen Planungsstopp Nachdruck zu verleihen, wurde die Gründung einer Bürgerinitiative beschlossen.