Thema: Schulpolitik
01. Oktober 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Was an dieser Stelle schon mehrfach geschrieben wurde, von den hiesigen Verantwortlichen aber weit von sich gewiesen wird, bestätigt sich in Bergheim auf’s Neue: im Stadtteil Niederaussem wird die Hauptschule vermutlich bis spätestens 2020 zu wenige SchülerInnen für die notwendige Zweizügigkeit haben. Spätestens dann gibt es eine Hauptschule weniger. Vielleicht aber auch schon früher.
Das wir in Frechen natürlich nicht passieren. Nein, hier nicht. Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen ja bereits im letzten Sommer über die Sekundarschule kundig gemacht. Rein zufällig und ohne jeden Hintergedanken. Und es war natürlich auch nur dem Zufall geschuldet, dass SPD und CDU zeitgleich im September 2011 Prüfaufträge zum Thema Sekundarschule formulierten.
Und wie es der Zufall so will, sind beide Parteien von der Sekundarschule in dem Moment wieder abgerückt, als Eltern diese Anträge zum Anlaß nahmen, statt der Sekundarschule eine Gesamtschule zu fordern.
Zwischenzeitlich verteidigen beide Parteien gemeinsam, zufällig, klar wie auch anders, die Hauptschule. Denn die Frechener Hauptschule steht über dem gesellschaftlichen Wandel und wird, zufälligerweise, als einzige Hauptschule in ganz NRW den Gezeitenwandel unverändert überstehen.
Ein zufälliges Zusammentreffen ursächlich nicht miteinander verbundener Ereignisse.
Doch, doch.
Das wir in Frechen natürlich nicht passieren. Nein, hier nicht. Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen ja bereits im letzten Sommer über die Sekundarschule kundig gemacht. Rein zufällig und ohne jeden Hintergedanken. Und es war natürlich auch nur dem Zufall geschuldet, dass SPD und CDU zeitgleich im September 2011 Prüfaufträge zum Thema Sekundarschule formulierten.
Und wie es der Zufall so will, sind beide Parteien von der Sekundarschule in dem Moment wieder abgerückt, als Eltern diese Anträge zum Anlaß nahmen, statt der Sekundarschule eine Gesamtschule zu fordern.
Zwischenzeitlich verteidigen beide Parteien gemeinsam, zufällig, klar wie auch anders, die Hauptschule. Denn die Frechener Hauptschule steht über dem gesellschaftlichen Wandel und wird, zufälligerweise, als einzige Hauptschule in ganz NRW den Gezeitenwandel unverändert überstehen.
Ein zufälliges Zusammentreffen ursächlich nicht miteinander verbundener Ereignisse.
Doch, doch.
Thema: Gesamtschule
21. September 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Die Gesamtschule bewegt die Frechener Politik, dies zumindest ist gewiß. Zwischenzeitlich haben sich die „Falken“, der eigenen Geschichte verpflichtet* des Themas angenommen und suchen öffentlichkeitswirksam Eltern, die sich in Frechen für eine Gesamtschule einsetzen wollen.
Den Rahmen dafür bildete die Sondersitzung des Schulausschuss vom 19. September 2012, auf der der Rektor der Gesamtschule Aalen, Herr Alois Brinkkötter, die beiden Schulformen Sekundarschule und Gesamtschule präsentierte.
Das Entscheidende der fast 90-minütigen Präsentation läßt sich sehr knapp zusammen fassen: die Sekundarschule arbeitet mit Strukturen und Konzepten, die an den Gesamtschulen langjährig erprobt worden sind. Sie ist eine Schrumpfform der Gesamtschule, eine Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe.
Vor dem Hintergrund der Komplanstudie, die steigende Schülerzahlen für die gymnasiale Oberstufe in Frechen vorhersagt und dem Gymnasium heute bereits Platzprobleme prognostiziert, spricht daher wenig für die Schrumpfform Sekundarschule und alles für die echte Gesamtschule. Nicht aber in Frechen. Hier ticken die Uhren anders.
So war es auffällig, dass der Genosse Uttecht, der für die Schulen zuständige städtische Beigeordnete, ein weiteres Mal eine Lanze für die Hautpschule brach. Sein Schlüsselargument lautet: die Frechener Hauptschule ist erfolgreich, das zeigt sich auch daran, dass auswärtige Schüler zur Frechener Hauptschule einpendeln. Herrn Röttgen wird, so berichtet die Presse heute, nachgesagt, er leide an „Wahrnehmungsstörungen, was seine Person betreffe.“ Herrn Uttecht darf man wohl nachsagen, dass er an Wahrnehmungsstörungen leidet, was seine Zahlen betrifft. Laut seiner verwaltungseigenen Statistik vom 15.10.2011 besuchten gerade mal 17 auswärtige Kinder die hiesige Hauptschule. 17 von 436 Kindern. Sagenhafte 3,9% also. Diese 3,9% sollen Beleg sein für die erfolgreiche Arbeit der Hauptschule? Es gibt sicherlich bessere Argumente, um die Hauptschule zu verteidigen, wenn aber selbst der Frechener Schulverwaltung wenig Besseres einfällt, dann muss den Komplan-Gutachtern recht gegeben werden, die sagten, die Hauptschule habe in NRW keine Zukunft mehr.
Hier wird eine Schulform von Menschen verteidigt, die ihre eigenen Kinder unter keinen Umständen einer Hauptschule anvertrauen würden, weswegen den Lippenbekenntnissen zugunsten der Hauptschule ein gewisser Mangel an Glaubwürdigkeit nachgesagt werden darf.
Erstaunlich ist dabei, dass die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Frechen sich als Hort des Widerstands entpuppt. Es soll einmal eine Zeit gegeben haben, da sprach man der SPD eine hohe Bildungskompetenz zu, da kämpfte sie für das gleiche Recht auf Bildung und erkannte in den Gesamtschulen das Modell, diesem Ziel näher zu kommen. Zwischenzeitlich hat sich die Pädagogik weiterentwickelt. Dank vieler vergleichender europäischer Studien wissen wir, dass die in Gesamtschulen praktizierten pädagogischen Konzepte unsere Kinder dem Ziel der Bildungsgerechtigkeit deutlich näher bringen als das überlebte dreigliedrige Schulssystem. Gesamtschulen gelten, neben den Gymnasien, als die heimlichen Gewinner des NRW-Schulkonsens’. Aber die Frechener SPD hat den Rückwärtsgang eingeschaltet. Sie hat sich bereits im vergangenen Sommer auf die Sekundarschule festgelegt, vermutlich im Nachgang zu einem Vortrag von Herrn Brinkkötter, der, so seine Worte, in Frechen bereits einmal drei Stunden lang die Sekundarschule präsentierte.**
Nun also muss die SPD erleben, dass Eltern gegen ihre Pläne mobil machen und Genosse Uttecht zieht sich in den Schützengraben zurück: „Wir werden uns von niemandem unter Druck setzen lassen, auch nicht von den Eltern.“ Verständlich, weiß die Schulverwaltung doch, was für die Eltern gut ist. Da stören Eltern mit einer eigenen Meinung und einem eigenen Willen nur.
Da die Macht innerhalb der Frechener SPD nicht bei den Mitgliedern liegt, sondern bei Verwaltung und Fraktion, und Eltern ein noch geringeres Gewicht haben als die eigene Basis, muss man sich weder um die eigenen Mitglieder noch um Eltern groß kümmern. Wie unwichtig selbst die eigene Partei in diesem Spiel ist, belegt folgendes Bonmot eines Eingeweihten:
"Was hat denn der Ortsvereinsvorsitzende hier zu sagen? - Nichts!"
Deshalb darf der hiesige Ortsvereinsvorsitzende sich auch für die Gesamtschule erklären. Sein Engagement zählt dann ebensoviel wie der Elternwille: gar nicht.
Der Ortsvereinvorsitzende Uli Lussem beim Unterzeichnen der Gesamtschulunterstützungsliste der Falken
Unter wahlpolitischen Gesichtspunkten aber kann man nur noch von suizidalen Tendenzen bei der Frechener SPD sprechen. Die Landtagswahl gegen einen Röttgen war gewissermaßen ein Selbstläufer, eine Frau Merkel ist aber ein ganz anderes Kaliber als ein Herr Röttgen. Und im Vorfeld der Bundestagswahl stößt die SPD in Frechen (aber auch in Pulheim) ihr eigenes Wählerklientel so vor den Kopf?
Und 2014 stehen wieder Kommunalwahlen an …. Glaubt die SPD wirklich, ihre Wählerinnen und Wähler werden ihren Verrat an der Gesamtschule dann vergessen haben?
* Erinnert sei hier nur an den Reformpädagogen und sozialdemokratischen Abgeordneten Kurt Löwenstein.
** Es wäre spannend zu erfahren, wer denn dem Vortrag folgen durfte.
Pamo Roth, Nachhilfe in Sachen Gesamtschule, KStA v. 21.09.2012
Den Rahmen dafür bildete die Sondersitzung des Schulausschuss vom 19. September 2012, auf der der Rektor der Gesamtschule Aalen, Herr Alois Brinkkötter, die beiden Schulformen Sekundarschule und Gesamtschule präsentierte.
Das Entscheidende der fast 90-minütigen Präsentation läßt sich sehr knapp zusammen fassen: die Sekundarschule arbeitet mit Strukturen und Konzepten, die an den Gesamtschulen langjährig erprobt worden sind. Sie ist eine Schrumpfform der Gesamtschule, eine Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe.
Vor dem Hintergrund der Komplanstudie, die steigende Schülerzahlen für die gymnasiale Oberstufe in Frechen vorhersagt und dem Gymnasium heute bereits Platzprobleme prognostiziert, spricht daher wenig für die Schrumpfform Sekundarschule und alles für die echte Gesamtschule. Nicht aber in Frechen. Hier ticken die Uhren anders.
So war es auffällig, dass der Genosse Uttecht, der für die Schulen zuständige städtische Beigeordnete, ein weiteres Mal eine Lanze für die Hautpschule brach. Sein Schlüsselargument lautet: die Frechener Hauptschule ist erfolgreich, das zeigt sich auch daran, dass auswärtige Schüler zur Frechener Hauptschule einpendeln. Herrn Röttgen wird, so berichtet die Presse heute, nachgesagt, er leide an „Wahrnehmungsstörungen, was seine Person betreffe.“ Herrn Uttecht darf man wohl nachsagen, dass er an Wahrnehmungsstörungen leidet, was seine Zahlen betrifft. Laut seiner verwaltungseigenen Statistik vom 15.10.2011 besuchten gerade mal 17 auswärtige Kinder die hiesige Hauptschule. 17 von 436 Kindern. Sagenhafte 3,9% also. Diese 3,9% sollen Beleg sein für die erfolgreiche Arbeit der Hauptschule? Es gibt sicherlich bessere Argumente, um die Hauptschule zu verteidigen, wenn aber selbst der Frechener Schulverwaltung wenig Besseres einfällt, dann muss den Komplan-Gutachtern recht gegeben werden, die sagten, die Hauptschule habe in NRW keine Zukunft mehr.
Hier wird eine Schulform von Menschen verteidigt, die ihre eigenen Kinder unter keinen Umständen einer Hauptschule anvertrauen würden, weswegen den Lippenbekenntnissen zugunsten der Hauptschule ein gewisser Mangel an Glaubwürdigkeit nachgesagt werden darf.
"Jedes Kind sollte entsprechend seinen Fähigkeiten seinen Platz im Schulsystem finden", entgegnete Schuldezernent Jürgen Uttecht. Auch die Hauptschule bereite Schüler auf ein selbstbestimmtes Leben vor.So sprechen Eltern von „geborenen“ AbiturientInnen und es wirkt gönnerhaft.
Erstaunlich ist dabei, dass die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Frechen sich als Hort des Widerstands entpuppt. Es soll einmal eine Zeit gegeben haben, da sprach man der SPD eine hohe Bildungskompetenz zu, da kämpfte sie für das gleiche Recht auf Bildung und erkannte in den Gesamtschulen das Modell, diesem Ziel näher zu kommen. Zwischenzeitlich hat sich die Pädagogik weiterentwickelt. Dank vieler vergleichender europäischer Studien wissen wir, dass die in Gesamtschulen praktizierten pädagogischen Konzepte unsere Kinder dem Ziel der Bildungsgerechtigkeit deutlich näher bringen als das überlebte dreigliedrige Schulssystem. Gesamtschulen gelten, neben den Gymnasien, als die heimlichen Gewinner des NRW-Schulkonsens’. Aber die Frechener SPD hat den Rückwärtsgang eingeschaltet. Sie hat sich bereits im vergangenen Sommer auf die Sekundarschule festgelegt, vermutlich im Nachgang zu einem Vortrag von Herrn Brinkkötter, der, so seine Worte, in Frechen bereits einmal drei Stunden lang die Sekundarschule präsentierte.**
Nun also muss die SPD erleben, dass Eltern gegen ihre Pläne mobil machen und Genosse Uttecht zieht sich in den Schützengraben zurück: „Wir werden uns von niemandem unter Druck setzen lassen, auch nicht von den Eltern.“ Verständlich, weiß die Schulverwaltung doch, was für die Eltern gut ist. Da stören Eltern mit einer eigenen Meinung und einem eigenen Willen nur.
Da die Macht innerhalb der Frechener SPD nicht bei den Mitgliedern liegt, sondern bei Verwaltung und Fraktion, und Eltern ein noch geringeres Gewicht haben als die eigene Basis, muss man sich weder um die eigenen Mitglieder noch um Eltern groß kümmern. Wie unwichtig selbst die eigene Partei in diesem Spiel ist, belegt folgendes Bonmot eines Eingeweihten:
"Was hat denn der Ortsvereinsvorsitzende hier zu sagen? - Nichts!"
Deshalb darf der hiesige Ortsvereinsvorsitzende sich auch für die Gesamtschule erklären. Sein Engagement zählt dann ebensoviel wie der Elternwille: gar nicht.
Der Ortsvereinvorsitzende Uli Lussem beim Unterzeichnen der Gesamtschulunterstützungsliste der Falken
Unter wahlpolitischen Gesichtspunkten aber kann man nur noch von suizidalen Tendenzen bei der Frechener SPD sprechen. Die Landtagswahl gegen einen Röttgen war gewissermaßen ein Selbstläufer, eine Frau Merkel ist aber ein ganz anderes Kaliber als ein Herr Röttgen. Und im Vorfeld der Bundestagswahl stößt die SPD in Frechen (aber auch in Pulheim) ihr eigenes Wählerklientel so vor den Kopf?
Und 2014 stehen wieder Kommunalwahlen an …. Glaubt die SPD wirklich, ihre Wählerinnen und Wähler werden ihren Verrat an der Gesamtschule dann vergessen haben?
* Erinnert sei hier nur an den Reformpädagogen und sozialdemokratischen Abgeordneten Kurt Löwenstein.
** Es wäre spannend zu erfahren, wer denn dem Vortrag folgen durfte.
Pamo Roth, Nachhilfe in Sachen Gesamtschule, KStA v. 21.09.2012
Thema: Benzelrath
14. September 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Im Januar dieses Jahres war bekannt geworden, dass im Rahmen einer Insolvenzabwicklung das Gelände an der Dürener Straße bis zur Straßenabzweigung „Am Hang“ an einen Frechener „Immobilienunternehmer“ verkauft worden war. Bestandteil des Grundstücks ist der Rommépark, ein von der Dorfgemeinschaft Benzelrath in Eigenarbeit errichteter kleiner Park am oberen Ende des Grundstücks. Der Stadt war das Grundstück angeboten worden, sie hatte sich aber bewußt gegen den Erwerb entschieden.
Wirklich, man hätte es als blödes Versehen abtun können, wenn nicht, ja wenn nicht heute bekannt geworden wäre, dass die Stadt auch bei einem anderen Grundstücksgeschäft die realen Verhältnisse nicht kennen wollte.
Was aber erfahren wir aus dem Munde des Bürgermeisters:
Auch die grundlegende Frage, warum der schmale Streifen, auf dem der Fußweg verlief, beim Verkauf des Grundstücks an die Quarzwerke nicht abgetrennt worden war, wurde bisher nicht beantwortet.
Im Endeffekt wird der Frechener Investor nun das gesamte Grundstück bebauen und der Zugang zum Rosmarpark ist weg.
Übrigens, der Weg wurde auch von EinwohnerInnen des Stadtteils Grube Carl als kürzeste Verbindung zur Straßenbahnendhaltestelle genutzt. Es war ein schöner Spaziergang durch den Park. ES WAR!
Vermutlich gilt aber auch hier: die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger haben einen deutlich geringeren Stellenwert als die Interessen von Investoren. Und wenn man sich nicht wirklich interessiert, dann „übersieht“ man leicht … und wäscht anschließend seine Hände in Unschuld.
Zum Nachlesen:
(KR v. 06.01.2012)
(KStA v. 06.01.2012)
(KR v. 04.01.2012)
(KStA v. 19.09.2012)
„Damals hat sich die Stadt jedoch bewusst dagegen entschieden, weil sie das Geld des Steuerzahlers nicht für ein Grundstück ausgeben wollte, mit dem sie nichts anfangen kann“, erklärt der Leiter des Rechtsamtes, Dieter Dumstorff,da das Gelände als Landschaftschutzgebiet geschützt und nicht wirtschaftlich zu nutzen sei.
„Wenn wir gewusst hätten, dass die Fläche des Parks zum Grundstück gehört, hätten wir den Teil gekauft“, räumt Bürgermeister Hans-Willi Meier ein.Im Ergebnis jedoch ist die Dorfgemeinschaft von der Gnade eines „Immobilienunternehmers“ abhängig und die Stadt hat in diesem Zusammenhang auch einen bis dahin als öffentlich betrachteten Fußweg verloren. Auch er gehört nun dem neuen Grundstückseigner.
Der Stadt habe er aber bereits ein Schreiben geschickt, in dem er mitteilt, dass sie auf seinem Grundstück einen öffentlichen Gehweg habe verlegen lassen. 43 Quadratmeter seines Grundstücks würden demnach unrechtmäßig von der Stadt beansprucht. Fassold: „Ich warte jetzt mal ab, was die Stadt damit macht“.Man hätte dies ja als einmaligen Ausrutscher abtun können, als ein Versehen resultierend aus einem nicht vorhandenen Interesse der Stadt an dem Grundstück. Es hatte daher vermutlich niemand wirklich intensiv in den alten Akten geblättert und das Grundbuch studiert.
Wirklich, man hätte es als blödes Versehen abtun können, wenn nicht, ja wenn nicht heute bekannt geworden wäre, dass die Stadt auch bei einem anderen Grundstücksgeschäft die realen Verhältnisse nicht kennen wollte.
Der Rosmarpark mit seinem Biotop ist ein viel besuchtes grünes Fleckchen in Frechen. Kindergartenkinder nutzen ihn zum Spielen, Naturinteressierte lassen sich über die Biosphäre und Lebewesen am Biotop aufklären. Die Wegbeschreibung zu diesen naturkundlichen Führungen lautete bis dato immer „Zugang über die Sandstraße“. Diesen Weg kann man nun nicht mehr nutzen. Auf dem Grundstück, an dessen Rand der Weg bisher entlangführte, werden zwei Mehrfamilienhäuser gebaut.Man sollte meinen, die Stadtverwaltung kenne ihre Gemarkung, wisse um den Weg, an dessen Beginn ja sogar ein Schild angebracht war „Zum Biotop“.
Was aber erfahren wir aus dem Munde des Bürgermeisters:
Die Stadt Frechen war bisher davon ausgegangen, dass der Weg ihr gehört, wie Bürgermeister Hans-Willi Meier im Hauptausschuss einräumte.Nun ja, es gibt Grundbücher, die Familie Lindemann-Berk ist keine unbekannte Familie in Frechen, auch die Quarzwerke sollen hier in der Stadt eine feste Größe sein. Und niemand in der Stadtverwaltung hatte von dem Verkauf des Grundstücks an einen Frechener Investor erfahren?
Ein Irrtum. Die Stadt hatte das Gesamtgrundstück Sandstraße 7-9 an die Quarzwerke verkauft, die es ihrerseits an den Frechener Investor Ewald Lüttgen veräußerten. „Wir haben leider keine Möglichkeit, den Weg zu erhalten“, so Meier.
Auch die grundlegende Frage, warum der schmale Streifen, auf dem der Fußweg verlief, beim Verkauf des Grundstücks an die Quarzwerke nicht abgetrennt worden war, wurde bisher nicht beantwortet.
Im Endeffekt wird der Frechener Investor nun das gesamte Grundstück bebauen und der Zugang zum Rosmarpark ist weg.
Übrigens, der Weg wurde auch von EinwohnerInnen des Stadtteils Grube Carl als kürzeste Verbindung zur Straßenbahnendhaltestelle genutzt. Es war ein schöner Spaziergang durch den Park. ES WAR!
Vermutlich gilt aber auch hier: die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger haben einen deutlich geringeren Stellenwert als die Interessen von Investoren. Und wenn man sich nicht wirklich interessiert, dann „übersieht“ man leicht … und wäscht anschließend seine Hände in Unschuld.
Zum Nachlesen:
(KR v. 06.01.2012)
(KStA v. 06.01.2012)
(KR v. 04.01.2012)
(KStA v. 19.09.2012)