Thema: Zuckungen
18. März 12 | Autor: antoine favier | 1 Kommentar | Kommentieren
„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ so schrieb Karl Marx 1848 im kommunistischen Manifest. Dass der Kommunismus in Frechen nicht mehr umgeht, ist allgemein bekannt, Gespenster gibt es trotzdem. Das Frechener Gespenst heißt Frechen … Gabi Frechen.
Richtig, die Hürther Sozialdemokratin Gaby Frechen will das Landtagsmandat im hiesigen Wahlkreis erringen. Das war wohl so nicht vorgesehen, nachdem die Kandidatin des letzten Wahlgangs, Brigitte D'Moch-Schweren bereits vor 2 Tagen ihren Hut wieder in den Ring geworfen hatte. Und nachdem Gabi Frechen noch vor wenigen Wochen erklärte, das Bundestagsmandat im Wahlkreis anzustreben. Aber damals rechnete auch noch niemand damit, dass NRW so schnell zu den Urnen gerufen würde.
Und so muss sich nun alles neu sortieren und gespannt schauen wir kommendes Wochenende nach Kerpen, wenn die SPD über die Kandidatin im Wahlkreis entscheiden wird. Und man fragt sich, welche Messer hier wohl gewetzt werden. Wer über ein bisschen Erinnerungsvermögen verfügt, dem ist noch geläufig, dass im Vorfeld der Kommunalwahlen 2009 D'Moch-Schweren bereits starkem innerparteilichem Gegenwind ausgesetzt war. Am Ende verzichtete sie auf die Kandidatur zum Fraktions- und Parteivorsitz, obwohl sie der Meinung war, ihr könne es gelingen, die gespaltene Frechener SPD zu einen. Eine Meinung, der sich damals wohl nicht alle Genossinnen und Genossen anschließen wollten. Die Kommunalwahlliste der SPD wurde so geschüttelt, dass einige Vertraute von D'Moch sich plötzlich auf den hinteren Plätzen wiederfanden.
Eine Gegenkandidatur von Gabi Frechen vor dem Hintergrund einer nicht geeinten Frechener SPD und die Tatsache, dass die Machtkämpfe der zurückliegenden Jahre einige Opfer gefordert haben, gibt Raum für vielfältige Spekulationen. Am Ende jedoch könnten sowohl D'Moch-Schweren als auch der Parteivorsitzende beschädigt aus der Veranstaltung herorgehen. Die eine, weil sie nicht einmal alle Frechener Genossinnen und Genossen hinter sich sammeln konnte und der andere, weil er an der Sammlung gescheitert ist.
Nachtrag v. 20.03.2012
Und hier nun die offizielle Bestätigung:
KStA v. 20.03.2012, Gabi Frechen will nach Düsseldorf
und:
KStA v. 20.03.2012, Kommentar: Lauter starke Frauen
Ein Zitat aus dem Kommentar, das die Frage aufwirft, wie denn früher KandidatInnen bestimmt wurden, als nicht das einfache Parteimitglied abstimmen durfte, sondern nur ausgewählte Delegierte:
Richtig, die Hürther Sozialdemokratin Gaby Frechen will das Landtagsmandat im hiesigen Wahlkreis erringen. Das war wohl so nicht vorgesehen, nachdem die Kandidatin des letzten Wahlgangs, Brigitte D'Moch-Schweren bereits vor 2 Tagen ihren Hut wieder in den Ring geworfen hatte. Und nachdem Gabi Frechen noch vor wenigen Wochen erklärte, das Bundestagsmandat im Wahlkreis anzustreben. Aber damals rechnete auch noch niemand damit, dass NRW so schnell zu den Urnen gerufen würde.
Und so muss sich nun alles neu sortieren und gespannt schauen wir kommendes Wochenende nach Kerpen, wenn die SPD über die Kandidatin im Wahlkreis entscheiden wird. Und man fragt sich, welche Messer hier wohl gewetzt werden. Wer über ein bisschen Erinnerungsvermögen verfügt, dem ist noch geläufig, dass im Vorfeld der Kommunalwahlen 2009 D'Moch-Schweren bereits starkem innerparteilichem Gegenwind ausgesetzt war. Am Ende verzichtete sie auf die Kandidatur zum Fraktions- und Parteivorsitz, obwohl sie der Meinung war, ihr könne es gelingen, die gespaltene Frechener SPD zu einen. Eine Meinung, der sich damals wohl nicht alle Genossinnen und Genossen anschließen wollten. Die Kommunalwahlliste der SPD wurde so geschüttelt, dass einige Vertraute von D'Moch sich plötzlich auf den hinteren Plätzen wiederfanden.
Eine Gegenkandidatur von Gabi Frechen vor dem Hintergrund einer nicht geeinten Frechener SPD und die Tatsache, dass die Machtkämpfe der zurückliegenden Jahre einige Opfer gefordert haben, gibt Raum für vielfältige Spekulationen. Am Ende jedoch könnten sowohl D'Moch-Schweren als auch der Parteivorsitzende beschädigt aus der Veranstaltung herorgehen. Die eine, weil sie nicht einmal alle Frechener Genossinnen und Genossen hinter sich sammeln konnte und der andere, weil er an der Sammlung gescheitert ist.
Nachtrag v. 20.03.2012
Und hier nun die offizielle Bestätigung:
KStA v. 20.03.2012, Gabi Frechen will nach Düsseldorf
und:
KStA v. 20.03.2012, Kommentar: Lauter starke Frauen
Ein Zitat aus dem Kommentar, das die Frage aufwirft, wie denn früher KandidatInnen bestimmt wurden, als nicht das einfache Parteimitglied abstimmen durfte, sondern nur ausgewählte Delegierte:
...[die] kommt halt sympathischer rüber als eine, [die] nach unendlichen Grabenkämpfen in irgendwelchen Hinterzimmern zum Kandidaten erkoren wird.
Thema: war mal links
16. März 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Vor einiger Zeit habe ich darauf hingewiesen, dass das "soziale Bündnis Frechen" auf seiner Homepage eine irgendwie seltsame Formulierung stehen hat:
Ihr Anliegen ist unserer Auftrag!
Ich hatte die stille Hoffnung, das Bündnis würde sich, sagen wir mal, schrittweise dem richtigen Gebrauch der deutschen Sprache annähern. Bisher hält das Bündnis an der Formulierung unserer Auftrag fest.
Ich überlege mir nun, ob sich hier eine Botschaft hinter der Botschaft verbirgt. Was will mir das Bündnis hiermit mitteilen?
Nun ja, da warte ich jetzt mal einfach ab: entweder die Erleuchtung kommt zu mir, oder der Duden zum Bündnis. Irgendwie wird sich das Rätsel noch auflösen.
Ich überlege mir nun, ob sich hier eine Botschaft hinter der Botschaft verbirgt. Was will mir das Bündnis hiermit mitteilen?
Nun ja, da warte ich jetzt mal einfach ab: entweder die Erleuchtung kommt zu mir, oder der Duden zum Bündnis. Irgendwie wird sich das Rätsel noch auflösen.
Thema: Gesamtschule
13. März 12 | Autor: antoine favier | 0 Kommentare | Kommentieren
Durch die Presse geistert mal wieder eine neue Studie zum Thema „Chancengleichheit an deutschen Schulen“. Untersucht wurden dabei Gerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der Schulsysteme der Bundesländer im Vergleich. Nun ist aus kommunaler Sicht die Frage nach einem Vergleich der Bundesländer von untergeordneter Bedeutung. Wichtiger sind vielmehr die Ergebnisse für unser Bundesland und die daraus ableitbaren möglichen Schlussfolgerungen. So haben Kinder aus ärmeren Familien in NRW im Länderverlgeich sehr schlechte Chancen, auf ein Gymnasium zu kommen:
Das paradoxe Ergebbnis erklärt sich durch die relativ hohe Gesamtschuldichte in NRW, denn wie Frau Löhrmann bestätigt:
Wir können gespannt sein, ob die hiesigen SchulpolitikerInnen die Hinweise aus dieser Studie aufnehmen, oder ob sie mittels selektivem Blicks alle Hinweise auf den hohen Nutzen einer Gesamtschule für die Kinder aus ärmeren Familien, ausblenden.
Ein Kind mit besserer sozialer Herkunft hat in NRW eine 5,5 Mal größere Chance, das Gymnasium zu besuchen, als ein Kind aus der Unterschicht, errechneten die Forscher. Im bundesweiten Durchschnitt beträgt der Faktor 4,5.Trotzdem hat Nordrhein-Westfalen die höchste Quote an AbiturientInnen im Ländervergleich. 54 % aller SchülerInnen erhalten hier im Land die Allgemeine Hochschulreife. Der Bundesschnitt leigt bei gerade mal 46%.
Das paradoxe Ergebbnis erklärt sich durch die relativ hohe Gesamtschuldichte in NRW, denn wie Frau Löhrmann bestätigt:
Rund Dreiviertel derjenigen, die hier [= an Gesamtschulen] ihr Abitur machten, hatten nach der Grundschule keine Gymnasialempfehlung.Mit anderen Worten, wenn die Frechener Schulpolitik wirklich etwas im Bereich der Integration bildungsfernerer und ärmerer Kinder in das deutsche Schulsystem tun will, so muss sie sich endlich mit der Errichtung einer Gesamtschule auseinandersetzen.
Wir können gespannt sein, ob die hiesigen SchulpolitikerInnen die Hinweise aus dieser Studie aufnehmen, oder ob sie mittels selektivem Blicks alle Hinweise auf den hohen Nutzen einer Gesamtschule für die Kinder aus ärmeren Familien, ausblenden.
Gegenentwürfe