Mittwoch, 9. Mai 2018
Vor mittlerweile 5 Jahren, im März 2013 beschloss die Stadt Köln, am landesweiten Wettbewerb teilzunehmen, um mit Hilfe von Landesmitteln einen Radschnellweg zwischen Köln und Frechen zu planen und umzusetzen.

Bis der Öffentlichkeit die ersten Planungen vorgestellt wurden gingen mehr als 4 Jahre ins Land.
Hier auf dem Blog wurde im Herbst 2017 bereits die Vermutung gewagt, dass sich die Realisierung des Radschnellweges noch länger hinziehen wird.

Heute berichtet der Kölner Stadtanzeiger über den Stand der Umsetzung verschiedener den Radverkehr betreffender Projekte. Die Stadt Köln wagt die Aussage, dass Radschnellwege den Nutzern und Nutzerinnen in einem „Korridor zwischen 2025 und 2030“ zur Verfügung stehen könnten. Das „sei realistisch.“

Eigentlich, ja eigentlich müsste der städtische Fahrradbeauftragte der Stadt Köln spätestens jetzt entnervt den Bettel werfen, denn deutlich wird aus alledem nur, dass es in Köln kein überschießendes Interesse gibt, den Radverkehr ernsthaft zu fördern.

Aber wie gesagt, so gegen 2025 bis 2030, vielleicht auch etwas später, aber irgendwann, da wird man auch in Köln auf Radschnellwegen fahren können …. und es soll keiner glauben, dass die Stadt Frechen oder der Rhein-Erft-Kreis das große Köln an dieser Stelle unnötig unter Druck setzen werden.

Auch hier wird eine klare Hierarchie gelebt: einzig ernst zu nehmendes Verkehrsmittel ist das Auto, der Rest ist störendes Beiwerk.

Womit auch weitere schwerverletzte und tote Radfahrerinnen und Radfahrer billigend in Kauf genommen werden, denn je schlechter die Infrastruktur, desto höher die Unfallwahrscheinlichkeit, desto eher führen je individuelle Fehler zu für Radfahrerinnen und Radfahrern verheerenden Unfällen.




Mittwoch, 2. Mai 2018
Thema: Opposition
Nichts scheint die Stadt derzeit mehr zu beschäftigen als den Müll. Die lokale Berichterstattung weist uns fast täglich den Weg zu den Ecken des Unrats und damit auch zu unserem Verhältnis zu Sauberkeit und Ordnung.

Verlottert und ungepflegt so präsentiert sich die Stadt. Das Stadtbild spricht hier eine eindeutige Sprache. Ein Bummel durch die Stadt zeigt eine Unmenge an Ungepflegtheiten, die sich aufaddieren zu einem Gesamteindruck, nämlich dem einer lieblosen Stadt.

Müll wird an der Straße abgelegt und bleibt tagelang liegen, man muss nur genau hinschauen, keine Ecke, in der nicht alte Einmaltrinkbecher, Tüten oder anderer Müll liegt.
Es ist aber nicht nur der Müll. Fahrrad- und Fußwege, marode, von Wurzeln durchzogen, städtische Brunnen und Denkmale, die aussehen, als müssten sie dringen grundgereinigt werden.
Oder das städtische Grün. Bäume am Straßenrand sterben ab, werden abgesägt und dann verwahrlost die Baumscheibe über Monate und Jahre. Rad- und Fußwege wuchern zu aber ein regelmäßiger Rückschnitt findet nicht statt. Grün wuchert zwischen den Platten und wird nie beseitigt.

Beim Grün kann man nun sagen, es handle sich um Natur, der Müll aber fällt nicht vom Himmel. Es sind die Einwohnerinnen und Einwohner Frechens, die, so die sicherlich nicht vermessene Vermutung, diesen Müll produzieren und achtlos in die Ecke werfen.

In Bezug auf den Umgang von Schülerinnen und Schülern mit ihrer Schule weiß man, dass je verwahrloster eine Schule, desto unachtsamer der Umgang mit Gebäude und schulischem Interieur. Je gepflegter die Schule, desto besser auch der Umgang mit ihr. Es besteht ein Zusammenhang.
Der hierfür zentrale Begriff lautet Wertschätzung. Eine gepflegte Schule signalisiert Wertschätzung gegenüber den Schülerinnen und Schülern. Am Gebäude zeigen wir, dass wir unseren Kindern und ihrem Lernen eine hohe Wertschätzung entgegenbringen. Die Kinder vergelten es durch einen sorgsamen Umgang mit der ihr anvertrauten Schule.

Gleiches gilt wohl für das Stadtbild. Eine Verwaltung, die alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um den Bürgern und Bürgerinnen eine saubere und gepflegte Stadt zu bieten, drückt ihre Wertschätzung gegenüber den Einwohner/-inne/n und Besucher/inne/n der Stadt aus. Eine Stadt, die hier wenig unternimmt, die nichts tut, bringt ihre mangelnde Wertschätzung zum Ausdruck.

Und wenn die Stadt wie eine kleine Müllkippe ausschaut, so kann man seinen Müll auch einfach fallen lassen. Wenn mir als Einwohner/in keine Wertschätzung entgegen gebracht wird, so muss ich auch keine Gegenleistung erbringen. Jedes Stück Müll beinhaltet die Botschaft der Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit des-/derjenigen, die ihn wegwirft aber auch Gleichgültigkeit einer Stadt, die den Müll liegen lässt.

Wer so handelt, muss sich über Ein-Euro-Shops in der Fußgängerzone nicht wundern. Diese sind der stimmige Ausdruck fehlender Wertschätzung und allgemeiner Gleichgültigkeit. Ware, die sofort zu Müll werden kann, Wegwerfware, deren Wert nicht einmal den Gang zu einem Mülleimer rechtfertigt.

Gleichgültige Ware für eine gleichgültige Stadt.

Ganz ungeschminkt: nur wer sich selber wertschätzt, kann von anderen Wertschätzung erfahren. Wer über die Aufwertung der Stadt nachdenkt, der sollte hier anfangen.

Und zwar sofort.




Mittwoch, 4. April 2018
eine ganze Spalte im Kölner Stadtanzeiger erhalten, um gekonnt Bürgernähe zu demonstrieren. Klasse.

Trotzdem, ist Ihnen aufgefallen, was so irgendwie falsch klingt in Ihrer Presseerklärung?
Nein? Na dann. Hilfestellung. UNGLEICHBEHANDLUNG, das ist Ihnen ein Begriff? Gut, genau darum geht es.

In der Rosmarstraße wird gebaut. Seit Dezember 2017 und das dauert noch bis zum Jahresende 2018. Die Bushaltestelle Broichgasse kann nicht mehr angefahren werden, eine Ersatzbushaltestelle an der Dürener Straße stadteinwärts im Bereich der Einmündung Franzstraße kann aufgrund der beengten Verhältnisse nicht angelegt werden. Wer will da widersprechen?

Nur, an der Blindgasse könnte man eine Ersatzhaltestelle anlegen, wenn die Verwaltung willens wäre, einige der dortigen Parkplätze wegfallen zu lassen.
Nachdem Sie von vielen Bürgerinnen und Bürgern angesprochen wurden, scheint das ja ein echten Bedürfnis zu sein.
Nur, „geht ebenfalls nicht, da diese Parkplätze als Ausweichparkplätze für die Anwohner der Rosmarstraße ausgewiesen sind“, schreiben Sie ganz lapidar.

Ach so, verstehe, die Parkplätze für die Autofahrerinnen und Autofahrer, die in der Rosmarstraße wohnen sind einfach wichtiger als eine Ersatzhaltestelle für die Menschen, die den ÖPNV nutzen.

Erinnern Sie sich noch an Ihren Koalitionsvertrag?
Bei lokalen Verkehrsprojekten werden wir die Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Uns ist an einem funktionsgerechten ÖPNV gelegen.“
Da haben sich Bürgerinnen und Bürger bei Ihnen gemeldet und den Anspruch auf einen funktionsgerechten ÖPNV angemeldet und …. Je nun, wenn der ÖPNV in Konflikt mit dem Individualverkehr kommt, dann hat der ÖPNV zurückzustehen. Das ist es doch, oder?

Mal drüber nachgedacht, wie vielen Menschen mit dieser Bushaltestelle geholfen wäre und wie wenige Menschen / Autos einen Nutzen von den Parkplätzen haben?

ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer sind aber flexibel und beweglich, weswegen die CDU Frechen sich auch traut, mit solchen Vorschlägen um die Ecke zu kommen:
„Bleibt als Alternative – an der Haltestelle Mühlengasse in die Linie 7 einsteigen und an der Haltestelle Rathaus aus- und im ZOB in die 965 einsteigen. Oder an der Franzstraße einen anderen Bus nutzen und dann im ZOB umsteigen.“
Und nun sind wir wieder ganz am Anfang: das nennt sich Ungleichbehandlung und Ihnen ist es nicht einmal aufgefallen. Aber so steht es ja auch im Grundgesetz: „Die Parkplätze der Menschen sind unantastbar“, oder so. Jedenfalls wird in Frechen genau so gehandelt, zu Lasten all derjenigen, die nicht mit dem Auto unterwegs sind.